Akademische Reitkunst

Was ist das eigentlich?

Was bedeutet das und soll das eigentlich sein? Reiten nur für Akademiker? Muss man dafür studiert haben? Kann man da einen Abschluss machen? Wie alt darf mein Pferde sein um damit anzufangen? Muss das ein Barockpferd sein? Der läuft ja von alleine, Du machst ja gar nichts .... Und unvergessen: Was muss ich denn da anziehen?(Gerne auch in der Variation: Was zieht ihr denn da an?)

 

Reitkunst ist nichts Neues - sondern ganz im Gegenteil etwas sehr, sehr Altes. Kurz gesagt ist das "die Lehre, von der Kunst zu Reiten".

Jeder, der sich mal mit den alten Meistern beschäftigt hat, ist ganz unweigerlich auf die sicherlich wichtigsten Meister der letzten 2500 Jahre gestoßen:

  • Xenophon
  • Gueriniere
  • Pluvinel
  • Newcastle
  • Steinbrecht
  • Neindorff

 

Da die Reitkunst (ebenso wie alle anderen bildenden Künste, zu denen u.a. auch Sprachen gehörten) ursprünglich an Akademien gelehrt wurde, erklärt sich der Beiname "Akademisch"  ganz von selbst.

 

Reitkunst ist nicht elitär, nicht an barocke Kostüme, bestimmte Sättel, Zäumungen, Sporen oder Reithosen gebunden.

Jeder Interessierte mit jedem Pferd, egal welchen Alters, Geschlechts, Rasse, Leistungsstands, Farbe, Fehlstellung oder was auch immer ist herzlich dazu eingeladen, sich mit der Reitkunst auseinander zu setzen (nein, es muss kein Spanier sein, und ja, es darf auch ein Fellpony sein).

Reitkunst ist einzig und allein an das eigene Gefühl, Gewissen und vor allen anderen Dingen der Verantwortung seinem Pferd gegenüber ge- und verbunden.

 

Der Reiter soll der Ausbilder seines eigenen Pferdes sein - oder zumindest  zu diesem werden - und mit Hilfe des reiterlichen Handwerks in der Lage sein, sein Pferd so zu gymnastizieren, das es physisch und psychisch gesund bleibt. (Und aus eigener Erfahrung muss ich sagen: dem Pferd ist das in der Regel ziemlich egal, was man anzieht - solange man eine Tasche für Kekse integriert hat ;-))

Der Weg ist wie so oft schon das Ziel - und manchmal ist der Weg ganz schön lang.

 

Sich stetig selbst zu reflektieren, zu hinterfragen, und auch den Mut haben, in den Spiegel zu gucken, den mein Pferd mir jeden Tag vor die Nase hält - das ist meine persönliche Interpretation von Reitkunst.

 

Wer jetzt noch Lust hat auf "Mehr", ist jederzeit herzlich willkommen :-)